Veronica Solomon

NEUE ZEICHEN – COMICS IN BERLIN

Veronica Solomon

Veronica Solomon wurde 1980 im rumänischen Tirgu Mures geboren, einer Stadt im Zentrum der Region Transilvanien. Sie begann in frühester Kindheit zu zeichnen und Geschichten zu erzählen. Irgendwann wurden diese gezeichneten Geschichten dann zu Comics, sagt sie. Allerdings hatte sie als Kind nur wenige explizit dem Comic zuzuordnende Inspirationsquellen. In der kommunistischen Ära gab es in ihrem Umfeld keine Comics, da diese nur schwer zu beschaffen waren. Stattdessen waren in jenen Jahren illustrierte russische Märchenbücher wichtige Vorbilder für sie.

 

Der künstlerische Hintergrund von Veronica Solomon, die heute meist unter dem Künstlernamen Inkamon arbeitet, ist interdisziplinär. In Transsilvanien belegte sie Modedesign als Hauptfach im Gymnasium und später Keramik an der Universität, die sie 2003 absolvierte. Ihr Studium finanzierte sie durch Malerei und arbeitete nach dem Universitätsabschluss in der Werbebranche. Zurzeit lebt sie in Berlin und studiert Animation an der HFF Potsdam Babelsberg. Zeichentrickfilme wollte sie seit dem Alter von zehn Jahren machen, wie sie sagt. Inzwischen hat sie mehrere selbst konzipierte und animierte Kurzfilme vorgelegt.

 

Am Medium Comic gefällt ihr als passionierte Geschichtenerzählerin, dass sich damit Geschichten schneller erzählen lassen. Ihre ersten Comics entwarf sie bereits als Zwölfjährige, wie sie erzählt – zu einer Zeit, als dieses Medium im postkommunistischen Rumänien noch nicht anerkannt war.

 

Stilistisch experimentiert Inkamon von Arbeit zu Arbeit mit unterschiedlichen Formen. Manche ihrer Comics erinnern mit ihren klaren Linien und in ihrer halbrealistischen Anmutung an frankobelgische Comics, andere Arbeiten scheinen stärker von Märchenillustrationen früherer Jahrhunderte inspiriert, aber auch Einflüsse des Manga, des fantastischen Zeichentrickfilms und der klassischen Malerei lassen sich in ihren Arbeiten finden.

 

Inkamons Geschichten gemein ist, dass sie allesamt „Urban Stories” seien, wie sie sagt, Geschichten vom Großstadtleben, die mögliche soziale und städtebauliche Zukunftsentwicklungen thematisieren, oftmals mit kritischem Unterton. Zu den Werken, die sie in letzter Zeit publiziert hat, zählen eine in Bukarest spielende Kurzgeschichte als Teil der Gruppenausstellung „L’Europe se dessine“ beim Angouleme Comic-Festival 2012, die Erzählung „George’s Supermächte“ in der Gruppenpublikation „Book of George“ (2011) und die sozialkritische, einen nahen Verkehrskollaps prognostizierende Dystopie „Grandma 13“, publiziert in mehreren Zeitschriften und Anthologien (2010 in der rumänischen Zeitschrift DOR, 2011 in der polnischen „Zeszyty Komiksowe“ und der ungarischen „Papírmozi“.

 

Mehr von und über sie online auf ihrem Blog.

 

Copyright © 2016 All Rights Reserved