Tassos Marangos

NEUE ZEICHEN – COMICS IN BERLIN

Tassos Marangos

Tassos Marangos wurde 1977 auf der Kykladen-Insel Syros geboren. Als er 1998 begann, in Thessaloniki Graphic Design zu studieren, erschloss er sich Cartoons, Karikaturen und Comics als eigenes Ausdrucksmittel. 2004 startete der heute vor allem unter dem Künstlernamen Tasmar bekannte Zeichner das Magazin „Big Bang“, das 2005 und 2006 auf dem Athener Comicfestival als bestes Fanzine ausgezeichnet wurde. 2007 veröffentlichte er das Heft „Krak Komiks“ im Selbstverlag. Daraus erwuchs seine eigene Comicreihe, die heute bei Giganto Books verlegt wird und von der inzwischen fünf Bände erschienen sind. 2009 wurde die Reihe auf dem Athener Comicfestival für das beste Cover geehrt, 2010 gewann das Heft den Titel des besten Comic-Hefts. Marangos unterrichtet heute in Thessaloniki angehende Comiczeichner und betätigt sich neben seiner Arbeit an eigenen Comics und Karikaturen auch als Street-Artist. Seine Arbeiten waren bislang in Gruppenausstellungen in Athen, Thessaloniki und Belgrad zu sehen.

 

In kurzen Einzelstrips und seiner Serie „Hard Rock“ setzt Marangos sich immer wieder kritisch-unterhaltsam mit aktuellen sozialen und politischen Entwicklungen Griechenlands auseinander. Dabei verarbeitet er viele eigene Erfahrungen als junger Mann. Die in der Heftreihe „Krak Komiks“ fortlaufend weitergeführte Serie „Hard Rock“ erzählt in lebendigem Ton und karikierendem Strich von den Erlebnissen eines jungen Mannes namens Markos, der Mitte der 1990er Jahre auf Syros lebt. Die Leser lernen ihn kennen, als er sein letztes Schuljahr beginnt. Er ist ein begeisterter Rock’n’Roll-Fan, hat seine ersten Erlebnisse mit dem anderen Geschlecht und flieht als Heranwachsender von der Insel. In stilistischer Anlehnung an frankobelgische und US-amerikanische Funny- und Underground-Comics erzählt Marangos von Markos’ Alltag mit seinem Kumpel Gogos, dem selbsternanten Frauenheld Jimmy (ein echter „Greek Lover“), der von Markos angebeteten Judy und seiner überaus besorgten Mutter Magdalene.

 

Aktuelle politische Entwicklungen wie die griechische Wirtschaftskrise, die wachsende politische Unterstützung rechtsextremistischer Positionen aber auch die Doppelmoral der griechisch-orthodoxen Kirche hat Marangos immer wieder in kurzen, die Stilmittel von Karikatur und Comic verbindenden Strips verarbeitet. So hat er im Sommer 2012 in einer Serie von jeweils eine Seite umfassenden Strips für das Athens & Epidaurus Festival die gegenwärtige politische und gesellschaftliche Situation in Griechenland kommentiert. Darin karikiert er unter anderem die Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“ und führt deren Vertreter als rassistische, Hitler verehrende Barbaren vor. Für das italienische Magazin „L'antitempo“ zeichnete er kürzlich eine ironische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Diskurs über die europäische Krise.

 

Mehr von und über Tassos Marangos findet sich auf seinem Blog.

 

 

 

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