Manuel Fior

NEUE ZEICHEN – COMICS IN BERLIN

Manuel Fior

Manuele Fior, geboren 1975 im norditalienischen Cesena, hat bislang fünf längere Comicerzählungen veröffentlicht. Seine von der Kritik mit viel Lob bedachten Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

 

Den Comic als Ausdrucksform entwickelte er nach dem Abschluss des Architekturstudiums in Venedig 2000. Fünf Jahre lebte er danach in Berlin, wo er als Architekt und Illustrator arbeitete. Über die Zusammenarbeit mit dem hier ansässigen Avant-Verlag entstanden erst mehrere Kurzgeschichten, zum Teil mit seinem Bruder Daniel als Autor, und dann die Graphic Novel »Menschen am Sonntag« (2005). Basierend auf eigenen Erfahrungen erzählt Fior darin vom Alltag einer in Berlin lebenden Gruppe von Italienern. Der Strich des auf dem Comicsalon Erlangen mit dem Icom-Preis geehrten Buches ist impressionistisch und wirkt flüchtig, wie eine spontane Momentaufnahme.

 

Von Berlin aus zieht Fior nach Oslo, wo er mehrere Jahre lang lebt und die Graphic Novel »Ikarus« schafft. Darin verbindet er Elemente der griechischen Sage mit der Geschichte eines Antikenforschers, der sich in seiner Arbeit verliert. Das 2006 veröffentlichte Buch wurde unter anderem als schönste norwegische Publikation ausgezeichnet.

 

Für seine Adaption von Arthur Schnitzlers »Fräulein Else« entwickelte Fior seine Technik der Direktkolorierung mit Aquarellfarben weiter, die dieses und auch einige seiner folgenden Werke visuell außergewöhnlich machten. Ein Tagesspiegel-Kritiker lobte das 2010 erschienen Buch als »elegante Adaption eines Klassikers und ein visuelles Fest für Freigeister«.

 

Für die Graphic Novel »Fünftausend Kilometer in der Sekunde« entwickelte Fior seine Farbdramaturgier noch weiter. Für die Geschichte einer Dreiecksliebe bekam der Künstler beim Comicfestival Angouleme den Hauptpreis der Jury zugesprochen. »Fior arbeitet meisterhaft mit den Farbstimmungen, die seine Aquarelltechnik aufs Prachtvollste erzeugt«, urteilte Andreas Platthaus in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

 

Für sein aktuelles Werk, »Die Übertragung« (2103), wählte Fior erneut eine andere Zeichentechnik. Die Bilder des Science-Fiction-Beziehungsdramas zeichnete er mit Kohle. In dieser Graphic Novel erzählt er von einer in Alt und Jung gespaltenen Gesellschaft, merkwürdigen Visionen und einer unkonventionellen Beziehung zwischen einem Psychiater und seiner jungen Patientin, die ungewöhnliche Dinge wahrnimmt. »Beklemmend und bewegend«, urteilte ein Kritiker der Süddeutschen Zeitung.

 

Neben seinen Graphic Novels arbeitet Fior auch als Illustrator, zu seinen Kunden zählen »The New Yorker«, »Le Monde«, »Vanity Fair«, »Il Sole 24 Ore«, »Il Manifesto« und das »Rolling Stone Magazine«. Er lebt heute in Paris.

 

Bibliographie

Menschen am Sonntag

Avant

Berlin, 2005

 

Ikarus

Avant

Berlin, 2006

 

Fräulein Else

Avant

Berlin, 2010

 

Fünftausend Kilometer in der Sekunde

Avant

Berlin, 2011

 

Die Übertragung

Avant

Berlin, 2013

 

Links

 

www.manuelefior.com.

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