Ileana Surducan

NEUE ZEICHEN – COMICS IN BERLIN

Ileana Surducan

Ileana Surducan, geboren 1987 in Cluj-Napoca, ist eine rumänische Künstlerin und Comiczeichnerin. Nach dem Studium der Keramik an der Kunsthochschule Cluj und einem Auslandssemester an der L’Ecole Supérieure des Arts Saint-Luc in Brüssel wandte sie sich zunehmend der Bilderzählung zu, drückt sich aber auch immer wieder in anderen Formen aus, von Illustrationen bis Keramik-Kunst. Zum Comic kam sie bereits als Jugendliche – so lernte sie Französisch mit Hilfe von importierten Comics, die sie im frankobelgischen Kulturzentrum ihrer Stadt entdeckte.

 

Ihren ersten eigenen Comic veröffentlichte sie 2007 auf der Website „30 jours de BD“. Inspiriert durch einen Workshop begann sie, zusammen mit ihrer Schwester Maria das Fanzine „Glorioasa Fanzină“ (The Glorious Fanzine) zu publizieren. „Wir wollten die rumänischen Öffentlichkeit Comics mit Comics vertraut machen und zeigen, dass sie nicht nur für Kinder sind”, sagt sie. 2010 gehörte sie zu den Gründern des Cluj Comics Club, der Comiczeichner aus der Region und ganz Rumänien zusammenbrachte.

 

Viele von Ileana Surducans Arbeiten kommen ohne Worte aus und verwenden oftmals fantastische und mythologische Motive. Ihr Zeichenstil ist von einem fließenden, dynamischen Strich geprägt, der durch eine vital, oft spontan wirkenden Aquarellkolorierung unterstützt wird. Ihr Erzählton ist poetisch, ihre Verwendung surrealistischer Elemente erinnert an Zeichner wie Joann Sfar und Shaun Tan, die zu ihren Vorbildern zählen.

 

In ihren wortlosen Comic-Kurzgeschichten setzt Ileana Surducan auf die Kraft von Bilderfolgen, die auf den ersten Blick oft an klassische Märchenerzählungen erinnern und den Leser durch ihre visuelle Schönheit ansprechen, dann aber durch unerwartete Wendungen und originelle Einfälle überraschen. „Unabhängig davon, welches Medium ich benutze, geht es mir darum, eine Geschichte zu erzählen”, sagt sie. „Ich will den Betrachter auf eine imaginäre Reise mitnehmen.” Das sei mit einer Illustration, einem Comic oder einem Objekt möglich – solange sich damit eine vielschichtige Geschichte vermitteln lässt

 

2009 erschien mit „Edouard le renardeau“ ihre erste längere Comicerzählung für jüngere Leser. Ihr bislang wichtigstes Werk ist die Graphic Novel „Le Cirque“. Die märchenhafte Erzählung handelt von einem Mann, der davon träumt, ein Stuhlbändiger zu werden – und der mit Hilfe vermeintlich lebloser Stühle fantastische Traumwelten erstehen lässt. Er lebt in einer Stadt, in der die Vernunft reagiert – daher muss er diesen Ort verlassen, um seine Leidenschaft in einem Zirkus auszuleben, in dem Realität und Fantasie zusammenkommen.

 

Zahlreiche kürzere Arbeiten von Ileana Surducan erschienen zudem in rumänischen, französischen und polnischen Comic-Anthologien und Fanzines sowie im Internet, sie hatte Ausstellungen in Cluj und New York

 

Lars von Törne

Bibliographie

Edouard le renardeau (Autor Shuky Medina)

Makaka Editions

Saint Etienne de Fontbellon 2009

 

Le Cirque - journal d’un dompteur de chaises

Makaka Editions

Saint Etienne de Fontbellon 2012

 

Silent comics

The Big Issue magazine

Taiwan 2013

 

The czech villages of Banat

Jumătatea Plină

Bukarest 2014

 

Links

 

www.behance.net/ileanasurducan

 

ileanasurducan-fr.blogspot.de

 

glorioasafanzina.blogspot.com/

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