Camille Jourdy

NEUE ZEICHEN – COMICS IN BERLIN

Camille Jourdy

Camille Jourdy wurde 1979 in Chenôve, Frankreich geboren. Sie zeichnet und erfindet seit ihrer frühen Kindheit Geschichten. Sie studierte Kunst an der Ecole des Beaux-arts d’Epinal und an der Ecole des Arts Décoratifs de Strasbourg und lebt heute in Lyon. Eine ihrer ersten Comicveröffentlichungen ist 2004 ihre Diplomarbeit, die Episodengeschichte „Une araignée, des tagliatelles et au lit, tu parles d’une vie!“, in der sie die Porträts mehrerer skurriler Charaktere miteinander verbindet. Parallel zu ihren Comicprojekten arbeitete Jourdy immer wieder an Kinderbüchern und illustrierten Erzählungen. „Ich erzähle gerne Geschichten und ich zeichne gerne“, sagt sie – „die Form hängt davon ab, welche Geschichte ich erzählen will“.

 

Von 2007 bis 2009 erarbeitete sie als Autorin und Zeichnerin ihr bislang wichtigstes Werk, die Trilogie „Rosalie Blum“, die im Sommer 2012 auch in Deutschland veröffentlicht wird. Für das abschließende Kapitel der ursprünglich in drei Einzelbänden veröffentlichten Geschichte wurde sie 2010 auf dem Comicfestival in Angoulême mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet.

 

„Rosalie Blum“ erzählt in klaren, durch direkten Farbauftrag kolorierten Aquarellbildern von mehreren exzentrischen Figuren, deren Leben auf mysteriöse Weise miteinander verbunden sind. Der Leser bekommt die Geschichte dabei nacheinander aus den unterschiedlichen Perspektiven der Akteure geschildert: Der schüchterne Friseur Vincent folgt der geheimnisvollen Unbekannten namens Rosalie Blum unbemerkt auf ihren Wegen durch die Stadt und sogar bis zu ihrem Haus - dabei bemerkt er jedoch nicht, dass er selbst unter ständiger Beobachtung steht.

 

„Die Geschichte ist von meinen Tagträumen inspiriert“, sagt Jourdy. „Wenn ich in ein Lebensmittelgeschäft gehe, beginne ich mir vorzustellen, dass ich den Kassierer irgendwo schon mal gesehen habe und male mir aus, wie es wäre, ihn zu verfolgen.“ In ihrem charmanten und clever konstruierten Buch gerät das Alltagsleben ihrer Figuren durch die so in Gang gesetzten Ereignisse gehörig aus den Fugen. Ihre hellen, leicht karikierenden und von warmen Farben geprägten Bilder verleihen dem Ganzen eine beschwingte Leichtigkeit.

 

Als Autorin ist Jourdy vom Comic ebenso beeinflusst wie von der Literatur, dem Kino und den Büchern ihrer Kindheit. Ihr besonderes Interesse gilt der Psychologie ihrer Figuren: „Für jeden Charakter muss ich wissen, was für ein Leben er hat, welche Kindheit er hatte, wie die Beziehung zu seinen Eltern war, was ihm wichtig ist, wie er sein Leben verbringt, welche Freunde er hat und in was für einem Haus er lebt“, sagt sie. Dabei baut sie viele Alltagsbeobachtungen in ihre Erzählungen ein: „Ich habe immer ein kleines Notizbuch dabei, in dem ich Orte und Details, Ideen und Wünsche festhalte.“ Ihre Szenarien entstehen zum Teil nach Fotografien, die sie an realen Orten macht – im Fall von „Rosalie Blum“ ist das ihre Herkunftsregion nahe Dijon. Autobiographisch sind ihre Geschichten aber explizit nicht, sagt sie.

 

 

 

 

 

Bibliographie

Rosalie Blum

Wer ist nur diese Rosalie Blum? Diese Frage treibt Vincent, den schüchternen Friseur und Modellbauer, seit Tagen um. So beginnt er, der geheimnisvollen Unbekannten unbemerkt auf ihren Wegen durch die Stadt und sogar bis zu ihrem Haus zu folgen. Währenddessen bemerkt er jedoch nicht, dass er selbst unter ständiger Beobachtung steht.

 

Die junge französische Autorin Camille Jourdy überzeugt in ihrem charmanten und clever konstruierten Buch vor allem durch ihre exzentrischen Figuren, deren Leben durch die von Vincent in Gang gesetzten Ereignisse gehörig aus den Fugen gerät. Ihre stimmigen Aquarellbilder verleihen dem Ganzen eine beschwingte Leichtigkeit.

 

• Aus dem Französischen von Claudia Sandberg

• Handlettering von Tinet Elmgren

 

364 Seiten, farbig, 16,5 x 23,5

 

Links

 

camillejourdy.canalblog.com

 

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