Andreas Gefe

NEUE ZEICHEN – COMICS IN BERLIN

Andreas Gefe

Andreas Gefe wurde 1966 ist ein Schweizer Comiczeichner und Illustrator und wurde 1966 in Küssnacht geboren. Er lebt in Zürich und ist in der Schweiz vor allem durch seine Illustrationsarbeiten für »Die Weltwoche« und die »NZZ« bekannt.

Gefe, der an der Hochschule für Gestaltung in Luzern ausgebildet wurde, hat in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Szenaristen mehrere längere Comicerzählungen veröffentlicht, die realistische Elemente mit fiktiven Anteilen verbinden.

In dem Album »Zwei mal zwei« (2011), das auf einem Szenario von Charles Lewinsky basiert und zuvor als Serie in einer Beilage des »Tages-Anzeigers« erschien, geht es um die widersprüchlichen Auswirkungen der Schwangerschaft auf das Leben zweier ungleicher Paare, deren Leben durch die bevorstehende Geburt zweier Kinder durcheinandergeraten und sehr unterschiedlich auf die bevorstehenden Änderungen reagieren. Was sich aus dieser Konstellation ergibt, wird mit sanftem Humor in 42 kurzen Episoden geschildert. Kritiker lobten an dem Buch vor allem Grefes Leistung und seine »ausdrucksstarken Zeichnungen«, denen es gelinge, »mehr über die Charaktere und ihre Sorgen und Nöten auszusagen, als den Dialogen, die manchmal etwas altbacken wirken« (»Titel-Magazin«).

 

Stilistisch hebt sich diese Erzählung mit ihren klaren Linien, ihren aufgeräumt wirkenden Seiten und ihrer freundlich erscheinenden Kolorierung in Pastelltönen von früheren Comics Gefes ab. Für die Comic-Alben »Der Gesang der Generäle« (2006) und »Mein Bruder Flo« (2002) bediente er sich der Technik der Monotypie und schuf am Computer nachbearbeitete dunkle, schmutzig und verwaschen aussehende sowie oft bedrohlich wirkende Bilder, die mit dem Inhalt der beiden Bücher korrespondieren.

 

Die Erzählung »Der Gesang der Generäle«, die Gefe zusammen mit dem Szenaristen José-Luis Bocquet schuf, thematisiert auf Grundlage historischer Fakten die griechische Militärdiktatur. Ein griechischer Filmemacher, der nach dem Putsch 1967 ins Exil nach Frankreich geht, plant mit der Schauspielerin Melina Mercouri einen Film über das Regime, während seine Frau daheim verhaftet und gefoltert wird. »Der poetische Band besticht durch großartige Bilder, die die Resignation und Einsamkeit der Figuren ausbreiten«, urteilte »Die Welt«. Andreas Gefe »kann Augen zeichnen, als wären es leere, starre Organe, die nichts mehr sehen wollen«.

 

Zuvor hatte der Künstler mit José-Luis Bocquet bereits für die Erzählung »Mein Bruder Flo« zusammengearbeitet. Der Krimi erzählt vom tragisch endenden Abstecher zweier naiver Brüder vom Lande – der eine ist schwarz, der andere weiß – in die Stadt. Auch bei dieser Geschichte lobten Rezensenten vor allem Grefes Leistung. So schrieb die »Neue Zücher Zeitung«: »Ohne Andreas Gefes Zeichnungen wäre all dies - ein Nichts. Durch seine herben Bilder aber, durch das allgegenwärtige, allmächtige Grau und Blau, durch die Wolken, die, präzis gekantet wie Puzzleteile, den Himmel ersticken, durch die strengen Gesichtszüge der Gestalten, durch die filmischen Schnitte, die cinematesken Perspektiven ist es - ein (böses) Märchen. «

 

Frühere Arbeiten Grefes umfassen seinen Comic-Erstling »Madame Lambert«, der in Zusammenarbeit dem US-Krimi-Autor Jeroem Charyn entstand und der von der Kritik hoch gelobt wurde, sowie Illustrationen für die »Geri Weibel«-Geschichten von Martin Suter in der NZZ von 1997 bis 2002. Zudem arbeitete Gefe als Illustrator für die »Weltwoche«, wo 2008-9 auch der von ihm illustrierte Fortsetzungsroman »Doppelpass« von Charles Lewinsky erschien, der aktuelle Probleme von Einwanderern in der Schweiz thematisiert.

 

 

Lars von Törne

 

 

Bibliographie

Alice im Wunderland

Edition Moderne

Zürich 1992 (Sammelband)

 

Madame Lambert (mit Jérome Charyn)

Arrache Cœur

Zürich 1997

 

Aufgekratzt

Edition Moderne

Zürich 1997 (Sammelband)

 

Mein Bruder Flo (mit José-Luis Bocquet)

Arrache Cœur

Zürich 2002

 

Der Gesang der Generäle (mit José-Luis Bocquet)

Edition Moderne

Zürich 2006

 

Zwei mal zwei (mit Charles Lewinsky)

Edition Moderne

Zürich 2011

 

Links

 

www.gefe.ch

 

 

 

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