Alexandra Gavrilă

NEUE ZEICHEN – COMICS IN BERLIN

Alexandra Gavrilă

Alexandra Gavrilă wurde 1985 in Deva, Rumänien, geboren. Sie studierte Modedesign an der Universität von Cluj sowie im polnischen Łódź. Bei einem Workshop im französischen Kulturzentrum von Cluj entdeckte sie Comics als künstlerisches Ausdrucksmittel. Grafisch arbeitet sie seither an der Schnittstelle von Stickereien, Modedesign, Kunst und Comics.

 

Ihre Bildergeschichten, die in polnischen, französischen und rumänischen Fanzines wie etwa »Glorioasa Fanzină« veröffentlicht wurden, spielen wegen Gavrilăs Faszination für Übernatürliches und Wundersames oft in einer Traumwelt.

 

So zeigt etwa der Comic »Super Kitchen, Super Chicken« (Ü: Super-Küche, Super-Hühnchen) als erster Eintrag ihres Blogs im September 2009, wie eine Frau Geflügel zubereitet, es in den Ofen schiebt und dann verträumt aus dem Fenster blickt, bis sie auf einmal schwarzer Rauch umhüllt und sie sich des aus dem Ofen fliegenden Hühnchens erwehren muss. 2011 beteiligte sich Gavrilă an dem vom Rumänischen Kulturinstitut geförderten Projekt »The Book of George« (Ü: Das Buch von George), das den beteiligten Künstlern neben einem bestimmten Thema für die einzelnen Comicstrips als Informationen zur Hauptfigur nur seinen Namen, das Alter (33), Geschlecht sowie den Wohnort (Bukarest) vorgab. Die Geschichten mussten zudem auf Englisch verfasst werden, das Buch wurde später aber auch ins Rumänische übersetzt.

 

Für ihren Beitrag »George in the Gallery« (Ü: George in der Galerie) arbeitete Gavrilă mit der Fotografin Diana Mesesan zusammen, deren Aufnahmen von Bukarest und von ihrem Protagonisten sie in Collagen benutzte, erneut abfotografierte und dann übermalte. Nach langer Abwesenheit findet der Titelheld bei seiner Rückkehr nach Bukarest die Stadt verlassen vor. Er fühlt sich wie in einem Albtraum, als er in einem U-Bahn-Tunnel die Bewohner der Stadt in einer Art Koma vorfindet. Riesen wachsen wie Tumore aus ihnen und ernähren sich von der Energie der Stadt. George verlässt die Stadt daraufhin, indem er den Gleisen folgt, in der Hoffnung, irgendwo anders weitere Überlebende zu finden. Anfang 2014 nahm Gavrilă teil an der »Langen Nacht der rumänischen Comics«, einer Veranstaltung des Rumänischen Kulturinstituts Berlin und des Museums Europäischer Kulturen. Dabei wurden in einer Ausstellung nicht nur aktuelle Einzelwerke der Künstler, sondern auch gemeinsam geschaffene Werke (wie ein Kochbuch, für das Gavrilă zwei traditionelle rumänische Rezepte illustrierte) gezeigt. Diese waren im Rahmen des Projekts »comiXconnection« entstanden, das Indie-Comic-Künstler aus fünf Ländern (Slowenien, Kroatien, Ungarn, Rumänien und Serbien) vereinte und damit den Blick auf Unterschiede, vor allem aber Verbindungen unter ihnen lenken wollte.

 

Gavrilăs Werke wurden auch auf Ausstellungen in Rumänien und Polen gezeigt. Sie lebt und arbeitet als Grafikdesignerin sowie Illustratorin in Cluj, Rumänien.

 

Bibliographie

George in the gallery

[In: The Book of George]

Hardcomics

Bukarest, 2011

 

Links

 

www.behance.net/alexandra_gavrila

 

 

 

 

 

 

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